Solidarität der JungwissenschafterInnen-Vertretung der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie
Wir, die Vertretung der JungwissenschafterInnen in der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie wollen mit diesem Schreiben unsere Solidarität mit der Bewegung von Studierenden und Universitätsangehörigen in ganz Österreich ausdrücken. Wir begrüßen die durch die Proteste entstandene, aber längst überfällige Bildungsdiskussion!
Ass.-Prof. Dr. Regina Mikula (Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft)
Liebe BefreierInnen!
Als Lehrende und Forschende der Universität Graz erkläre ich mich mit ihren Forderungen solidarisch. Protestbewegungen wie diese sind notwendig, um auf jenen Wert von Bildung hinzuweisen, der nicht auf ökonomische Ausrichtungen, sondern vielmehr auf humanistischen Grundlagen beruht. Ihren Aktivitäten ist es gegenwärtig zu verdanken, dass das Thema Bildung auf solch breiter Basis diskutiert wird und dies über nationale Grenzen hinweg. Das ist bereits ein erster Erfolg ihrer beeindruckenden Aktivitäten.
Lehrende wie Studierende ebenso wie weite Teile der Bevölkerung sind nun aufgefordert ihren aktiven Beitrag für die Verbesserung des Bildungssystems auf unterschiedlichen Ebenen zu leisten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg, verbunden mit einem Dank für Ihr unglaubliches Engagement
und verbleibe mit solidarischen Grüßen
Ass.-Prof. Dr. Regina Mikula
Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft
Arbeitsbereich Angewandte Lernweltforschung
Der Senat der Karl-Franzens-Universität Graz hat in seiner Sitzung am 11. November 2009 anlässlich der Diskussion über die Reform der Universitäten und des Bildungswesens folgende Stellungnahme beschlossen:
Der Senat der Karl-Franzens-Universität Graz begrüßt die Diskussion über die Reform der Universitäten und des Bildungswesens, die in den letzten Wochen durch den Protest der Studierenden verstärkt in die Öffentlichkeit getragen wurde. Er ist bereit, sich für Verbesserungen einzusetzen, und unterstützt die Forderung nach einer besseren finanziellen Ausstattung der Universitäten. [Quelle]
Betriebsrat für das wissenschaftliche Universitätspersonal der Karl-Franzens-Universität Graz
Der Betriebsrat für das wissenschaftliche Universitätspersonal zeigt tiefes Verständnis für die Protestmaßnahmen der Studierenden und unterstützt einen Gutteil ihrer berechtigten Forderungen. Insbesondere der Ersatz der demokratisch-universitären Selbstverwaltung durch ein steuernd-autokratisches System und die finanzielle Aushöhlung der Universitäten durch Politik und Wissenschaftsverwaltung hat - verstärkt durch die aktuelle Wirtschaftskrise - zu den derzeit unbefriedigenden Zuständen an den heimischen Universitäten geführt. Die zunehmende Demotivation der WissenschaftlerInnen aufgrund mangelnder Perspektiven und eine repressive Haltung des zuständigen Ministeriums gegenüber dem Universitätspersonal und seinen VertreterInnen sind nur ein Menetekel der Krise in unserem Universitätssystem.
Der Betriebsrat für das wissenschaftliche Universitätspersonal fordert dringend eine international vergleichbare finanzielle Ausstattung der Universitäten und eine umfassende Revision der verunglückten Universitätsgesetze seit 2002.
Johanna Muckenhuber (MedUni)
Liebe AktivistInnen und BesetzerInnen,
als Lehrende und Forscherin an der MedUni Graz erkläre ich mich solidarisch mit euren Forderungen.
Ich trete ein für freien Hochschulzugang!
Für die Wiederbelebung der ehemals demokratischen Strukturen an den Universitäten!
Gegen die Ökonomisierung der Hochschulen!
Weder Forschung noch Lehre dürfen einem Primat der Nutzbarkeit unterliegen. Freie Universitäten müssen wieder die Möglichkeit für kritische Forschung, abseits von Zwängen im Mainstream erfolgreich zu sein, bieten.
Freie Universitäten müssen aber auch die im Rahmen der Lehre kritische Reflexion und Diskussion ermöglichen und fördern.
Weder Studierende noch der wissenschaftliche Nachwuchs darf durch die derzeit unhaltbaren Bedingungen von den Universitäten "weg frustriert" werden. Ich solidarisiere mich daher mit euren Forderungen nach einer Verbesserung der Studienbedingungen und der Umwandlung prekärer Dienstverhältnisse in angemessene Arbeitsverträge!
solidarische Grüße
Mag.a Dr.in Johanna Muckenhuber
Universitätsassistentin am Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie Medizinische Universität Graz
Aufruf zur Gründung eines Grazer Lehrenden-Solidaritätskomitees!
Bernd Brabec de Mori (Zentrum für Systematische Musikwissenschaft)
Liebe Studierende der Grazer Universitäten,
Liebe Studierende sämtlicher österreichischer Universitäten,
Ehrlich gesagt geht mir das Herz auf, wenn ich sehe, dass nach einem Jahrzehnt der einschlafenden (eingeschläferten?) Studentenschaft endlich wieder Studierende aktiv werden, Aufmerksamkeit erregen und auf die Straßen gehen, mit bereits seit Jahren berechtigten Protesten und Forderungen.
"Bildung statt Ausbildung" ist der slogan, der mir persönlich am wichtigsten ist. Als ich studierte (und das ist noch nicht lange her!), war es möglich, dass ich die Lehrveranstalungen besuchte, die ich besuchen wollte, sämtliche Prüfungen (mit Schein!) ablegen konnte, und zwar (fast) wie und wann ich wollte. Klingt paradiesisch. Den wichtigsten - nämlich den interdisziplinären - Aspekt meines aktuellen wissenschaftlichen Profils habe ich dem zu verdanken, dass ich gerade noch NICHT durch einen verschulten Lehrgang dirigiert wurde.
Das bedeutet "Bildung statt Ausbildung":
Bildung hat sehr viel mit Freiheit zu tun!
Und:
Freiheit hat sehr viel mit Bildung zu tun!
Bernd Brabec de Mori (Zentrum für Systematische Musikwissenschaft)
Carlos Watzka (Centrum für Sozialforschung)
Sehr geehrter Herr Kulac,
ich möchte Ihnen, stellvertretend für die Protestierenden, mitteilen, dass ich die in dem Text "Forderungen" formulierten Anliegen der nun für ihre Rechte aktiv werdenden Studierenden voll unterstütze, und hoffe, dass dies auch bei möglichst vielen anderen Angehörigen der Personals der Universität(en) der Fall ist! Ich wünsche uns allen viel Erfolg bei der Veränderung der Verhältnisse an den Universitäten zum Besseren.
Mit freundlichen Grüßen,
(in diesem Semester aus Deutschland)
Carlos Watzka
Priv. Doz. Dr. Carlos Watzka
Centrum für Sozialforschung
Universität Graz
Richard Hofmann (Institut für Philosophie)
Liebe KollegInnen,
Ich erkläre mich als Student und Bediensteter der Universität Graz mit den Anliegen und Forderungen der BefreierInnen an der Uni Graz für solidarisch!
Viel Erfolg und Durchhaltekraft,
Richard Hofmann
Univ. Assistent am Institut für Philosophie, Karl-Franzens-Universität Graz
Alessandro Salice (Institut für Philosophie)
ich habe die auf graz bezogenen texte von "UNIGRAZGEHÖRTUNS" gelesen und erkläre mich als lehrperson und eu-bürger mit diesen forderungen für solidarisch!
avanti: il futuro ci appartiene!
alessio salice
lehrbeauftragter, institut für philosophie, gewi-fak
Wolfgang Gombocz (Institut für Philosophie)
ich habe die auf graz bezogenen texte von "UNIGRAZGEHÖRTUNS" gelesen und erkläre mich als lehrperson und staatsbürger mit diesen forderungen für solidarisch!
borite se dalje!
wolfgang gombocz
aoprof institut für philosophie, gewi-fak
cukovo UF Psychologie und Philosophie (299)
Christian Promitzer (Institut für Geschichte)
Liebe KollegInnen, liebe Studierende,
Es ist richtig, dass angesichts der Ankündigung der Wiedereinführung von Studiengebühren und der Etablierung von Zugangsbeschränkungen ein tatkräftiges Zeichen des Protestes auch seitens der Studierenden an den Grazer Universitäten gesetzt wird. Als politisch interessierter Mensch, der an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät am Institut für Geschichte lehrt und die von der historischen Wirksamkeit zivilen Ungehorsams überzeugt ist, unterstütze ich daher die Anliegen der Studierenden und verbleibe
mit solidarischen Grüßen
Christian Promitzer
Dr. Christian Promitzer
Vertragsassistent
Institut für Geschichte, Centre for Southeast European History
Hubert Stigler (Center for Information Modeling in the Humanities)
Für eine Bildungsreform mit Sachverstand und Kreativität, die über Bologna hinaus- und die Stärken des österreichischen Systems mitdenkt. Aber auch wider den Geist, der mit solitären Maßnahmen, wie der Abschaffung der Studiengebühren, die Probleme an Österreichs Hochschulen zu lösen meint.
Solidarität mit den Zeichen setzenden Studierenden
lg, Hubert Stigler
Hubert Stigler, Ass.-Prof. Mag. Dr. Center for Information Modeling in the Humanities, University Graz
Kurt Remele (Institut fuer Ethik und Gesellschaftslehre)
Sehr geehrte, liebe Studierende,
Ich finde es gut, dass Sie Ihre berechtigte Unzufriedenheit öffentlich und vehement artikulieren. Ich unterstütze Ihre Forderungen weitgehend und wünsche Ihnen bei Ihrer Auseinandersetzung mit Herrn Hahn viel Erfolg.
Mit solidarischen Grüßen und allen guten Wünschen Kurt Remele
Ao. Univ.-Prof. Dr. Kurt Remele
Institut fuer Ethik und Gesellschaftslehre
Karin M. Schmidlechner (Institut für Geschichte/Zeitgeschichte)
da ich wegen eines Arztbesuchs nicht an der Veranstaltung teilnehmen kann, möchte ich auf diesem Wege meine Solidarität mit den Studierenden, die sich um eine Verbesserung der Studienbedingungen, was ja auch ein Anliegen der Lehrenden sein sollte, bemühen. Da es heutzutage offensichtlich auch nicht mehr selbstverständlich ist, das Grundrecht eines demokratischen Systems, nämlich das der freien Meinungsäußerung, in Anspruch zu nehmen, freue ich mich, dass Studierende trotz des herrschenden Gegenwinds davon Gebrauch machen und dass sich unter denjenigen, die bereit sind, ihren PRotest auch öffentlich zu artikulieren, auch Studierende der Studienrichtung Geschichte befinden, die ja auf Grund ihrer Ausbildung, besonders dafür prädestiniert sind, zeigt uns doch der Blick in die VErgangenheit, dass es ohne Protest und Widerstand der BEtroffenen kaum zur Veränderung von ungewünschten Verhältnissen gekommen ist. In diesem Sinne wünsche ich alles Gute,
Karin M. Schmidlechner
Prof. Dr. Karin M. Schmidlechner
Institut für Geschichte/Zeitgeschichte